Reisebilder 2015 - 2025
Kambodscha 2015. Durch das Osttor von Angkor Tom drängt sich ein endloser Strom von Fahrzeugen und Besuchern – Touristen und Einheimischen aus der ganzen Welt.
Unser Guide sieht das mit einem lachenden und einem weinenden Auge: So verspricht der Zustrom dringend benötigtes Geld zum Erhalt der grandiosen Tempelanlagen (ein 3-Tages-Ticket kostet 80 US Dollar). Aber mit der Zahl der Besucher steigt auch der Verschleiß der Denkmäler und der umgebenden Infrastruktur. (2016)
Singapur 2015. Schweisstropfend durch's Paradies. Am ersten Tag umwandern wir die Marina Bay, bestaunen das berühmte Sand's Hotel und besichtigen die in den europäischen Fachmedien häufig kommentierten Bay Gardens mit ihrem spektakulären Flower Dome. Wir sind beeindruckt von der klinischen Sauberkeit der städtischen Räume und Parks (weil: Verstöße werden hier mit drakonischen Geldstrafen geahndet). Senioren-Ermäßigung beim Eintritt in die Museen ist dagegen eine Selbstverständlichkeit (2016)
St. Petersburg 2016. Die zu Beginn des 18. Jh. von Peter dem Großen gegründete Stadt wird von den Russen auch heute noch Russlands „Nördliche Hauptstadt“ genannt. Überall in der Stadt findet man Beispiele deutsch-russischer Geschichte, wie ein Denkmal Katharina der Großen und Spuren der furchtbaren Blockade Leningrads durch die deutsche Wehrmacht im II. Weltkrieg. Das o.g. Emblem am Gribojedow-Kanal kommt gelernten DDR-Bürgern sicher bekannt vor - Erinnerung an Zeiten, in denen am Newski-Prospekt noch „sächsische Laute“ zu hören waren. (2017)
Brüssel 2023. Unsere Stadtbesichtigung startet am Atomium, Überbleibsel und Wahrzeichen der Weltausstellung 1958. Jeder kennt Paris und den Eiffelturm, sagt unser Reisebegleiter. Aber keiner kennt Brüssel und das Atomium. Weil: Die Brüsseler sind bescheiden, was ein Grund für die sprichwörtliche Zurückhaltung der Belgier bei offiziellen Anlässen ist.
Andere Sportler singen bei Siegerehrungen ihre Nationalhymnen. Die Belgier, wenn sie gesiegt haben, halten sich zurück, summen patriotisch und werfen patriotische Blicke.
Mit solchem Wissen schlendern wir über die Straßen, besuchen die berühmte Schokoladen-Passage, bestaunen den üppig verzierten und reich vergoldeten Marktplatz und verweilen vor Brüssels „eigentlichem“ Wahrzeichen, dem „Männeken Pis“.
Krakau, die frühere Hauptstadt der polnischen Könige. Im Wawel ist auch der Körper Augusts des Starken begraben (sein Herz befindet sich freilich in Dresden).
Nach einem Rundgang durch die historische Altstadt suchen wir den Weg zum Museum of Contemporary Arts (MOCAK), das man uns als ultimative Location zur Ausstellung aktueller moderner polnischer Kunst (vorwiegend junger Künstler) empfohlen hatte. Und wir werden nicht enttäuscht. In mehreren ehemaligen top-sanierten Fabrikhallen erleben wir eine beeindruckend vielfältige Auswahl von Werken Krakauer Künstler und Designer. Das alles zu einem Senioreneintrittspreis von 6 Zloty p.P.! Obendrauf gibt’s dann einen Kaffee für 8,50 Zloty! Was will man mehr ... (2023)
Schon lange wollten wir mal nach Venedig. Heute waren wir endlich da und es ist (fast) alles so wie wir's uns erträumt hatten.
Enge Gassen, Menschenmassen, darunter auch Einheimische mit überwiegend finsteren Mienen. Denn es muss schon ein stolzes und duldsames Volk sein, das hier arbeiten, leben und überleben will und kann. Wir folgen der Stadtführerin, einer älteren, etwas altmodisch aber stilsicher gekleideten Venezianerin, die uns stolz voranschreitet, dabei ungerührt ihren Rundkurs absolviert und ihre Kommentare zur Stadt- und Architekturgeschichte der Lagunenstadt ins Audio-Mikro spricht. Danach sammeln wir uns zur Bootsfahrt durch/über die Lagune. Seit die Kreuzfahrtschiffe draußen bleiben müssen, ist das Wasser in Venedig klar und sauber. (2024)
Während unserer Reise zu den Schlössern an der Loire besuchen wir Cheverny. In diesem kleinen, aber feinen, Mitte des 17. Jahrhundert erbauten Lustschloß findet eben gerade ein "Venezianisches Festival“ statt. So besuchen jede Menge Schaulustiger den Park, die die
prachtvoll kostümierten und maskierten Paare eines Festzuges bestaunen und fotografieren. Nachdem sich die Masken zu einem bunten Bild auf der Freitreppe des Schlösschens aufgestellt und danach zum Flanieren im Park zerstreut haben, erhalten wir Gelegenheit, die Interieurs des Schlösschens zu besichtigen. Die Räume sind relativ klein, thematisch gestaltet und farblich aufeinander abgestimmt – ein wahres Fest barocker Lebenslust! (2024)
Am Ostufer des Gardasees befindet sich die kleine Stadt Malcesine mit ihrer Scaligerburg aus dem 12. Jahrhundert. Auch Goethe war auf seiner Italien-Reise in 1786 in Malescine, woran ein Denkmal am Fuß der Burg erinnert. Bei seinem Besuch hat er den Monte Baldo, den mit 2.218 m höchsten Berg am Gardasee bestiegen und soll dort von den Carabinieri als Spion festgenommen worden sein. Nur durch die Bürgschaft eines befreundeten Frankfurter Kaufmanns hat man ihn wieder freigelassen, wonach er seine Italienreise fortsetzen konnte. Allerdings war ihm dieser Vorfall so peinlich, dass er ihn in seinen Reisenotizen mit keinem Wort erwähnt hat. (2025)
Wien 2025. Unter der Vielzahl historischer, kultureller, architektonischer und kulinarischer Attraktionen, die die Stadt ihren Besuchern zu bieten hat, ist eine hervorzuheben - der 1847 eröffnete Wiener Zentralfriedhof. Besonders interessant ist die Abteilung der Ehrengräber, denn dort bestattet zu werden, galt und gilt als höchste Auszeichnung, die die Stadt ihren prominentesten Bürgern zueignen kann.
Und durchwandern wir fast die gesamte Politik- und Musikgeschichte Österreichs, verweilen u.a. bei Beethoven, Johann Strauss, Mozart, Udo Jürgens und Falco (siehe Foto oben).
Für Fans gibt es einen Souvenir-Shop, in dem man Rucksäcke u. T-Shirts mit der rührenden Aufschrift „Und irgendwann bleib i dann durt ...“ erstehen kann. (2025)